Wärmepumpe Funktionsweise, Arten, Kosten & Förderung im Überblick

Wärmepumpe: Funktionsweise, Arten, Kosten & Förderung im Überblick

Sie überlegen, Ihr Haus mit einer Wärmepumpe zu heizen? Dann sind Sie nicht allein. Laut Bundesverband Wärmepumpe wurden 2023 rund 356.000 Heizungswärmepumpen in Deutschland abgesetzt (BWP Absatzzahlen). Diese moderne Heiztechnik nutzt kostenlose Umweltwärme und arbeitet dabei besonders effizient. In diesem Ratgeber erfahren Sie alles Wichtige rund um die Wärmepumpe: von der Funktionsweise über die verschiedenen Arten bis hin zu Kosten und staatlicher Förderung.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Wärmepumpe entzieht der Umgebung (Luft, Erde oder Wasser) Wärme und wandelt diese in Heizenergie um
  • Die Jahresarbeitszahl (JAZ) zeigt, wie effizient eine Wärmepumpe arbeitet – je höher, desto besser
  • Luft-Wasser-Wärmepumpen sind am weitesten verbreitet und haben die niedrigsten Anschaffungskosten
  • Die Kosten einer Wärmepumpe liegen je nach Art zwischen 15.000 und 40.000 Euro
  • Über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) erhalten Sie bis zu 70 % Zuschuss
  • Eine moderne Wärmepumpe funktioniert auch im Altbau effizient – bei richtiger Planung

Wie funktioniert eine Wärmepumpe?

Die Funktionsweise der Wärmepumpe basiert auf einem einfachen physikalischen Prinzip: Sie entzieht der Umgebung Wärme und hebt diese auf ein höheres Temperaturniveau an. Vereinfacht gesagt funktioniert eine Wärmepumpe wie ein umgekehrter Kühlschrank.

Während der Kühlschrank seinem Innenraum Wärme entzieht und nach außen abgibt, holt die Wärmepumpe Wärme aus der Umgebungsluft, dem Erdreich oder dem Grundwasser und gibt sie an Ihr Heizsystem ab.

So arbeitet eine Wärmepumpe im Heizkreislauf

Das Funktionsprinzip einer Wärmepumpe besteht aus vier Schritten, die sich ständig wiederholen:

  • Verdampfen: Ein Kältemittel nimmt die Wärme aus der Umgebungsluft oder dem Erdreich auf und verdampft dabei
  • Verdichten: Ein elektrisch betriebener Kompressor verdichtet das gasförmige Kältemittel, wodurch die Temperatur stark ansteigt
  • Kondensieren: Das heiße Kältemittel gibt seine Wärme an das Heizsystem ab und wird dabei wieder flüssig
  • Entspannen: Das Kältemittel entspannt sich über ein Ventil und der Kreislauf beginnt von vorn

Für diesen Prozess benötigt die Wärmepumpe Strom. Allerdings erzeugt sie aus einer Kilowattstunde Strom etwa drei bis fünf Kilowattstunden Wärme. Damit arbeitet sie deutlich effizienter als klassische Heizsysteme.

Was ist die Jahresarbeitszahl?

Die Jahresarbeitszahl (JAZ) ist die wichtigste Kennzahl für die Effizienz einer Wärmepumpe. Sie gibt an, wie viel Heizwärme die Anlage im Jahresdurchschnitt aus einer Kilowattstunde Strom erzeugt.

Eine JAZ von 4 bedeutet beispielsweise: Aus 1 kWh Strom werden 4 kWh Wärme. Je höher die Jahresarbeitszahl, desto niedriger Ihre Heizkosten.

Folgende Faktoren beeinflussen die JAZ:

  • Die Art der Wärmepumpe (Luft, Sole, Wasser)
  • Die Vorlauftemperatur Ihres Heizsystems
  • Die Dämmung des Gebäudes
  • Das lokale Klima

Gut geplante Anlagen erreichen Werte zwischen 3,5 und 5.

Arten von Wärmepumpen im Vergleich

Je nach Art der Wärmepumpe unterscheidet sich die Wärmequelle, aus der die Energie gewonnen wird. Die drei Haupttypen sind Luft-Wasser-, Sole-Wasser- und Wasser-Wasser-Wärmepumpen.

Luft-Wasser-Wärmepumpe

Die Luft-Wasser-Wärmepumpe ist mit Abstand die beliebteste Art in Deutschland. Sie gewinnt Wärme aus der Umgebungsluft und hat mehrere Vorteile:

  • Geringste Anschaffungskosten aller Wärmepumpentypen
  • Keine Erdarbeiten oder Bohrungen nötig
  • Schnelle und unkomplizierte Installation
  • Für nahezu jedes Grundstück geeignet

Das Außengerät einer Wärmepumpe dieser Art sollte gut platziert werden, da es Geräusche verursacht. Bei guter Planung (Abstand, Aufstellung, Schallschutz) lassen sich die gesetzlichen Vorgaben in der Regel problemlos einhalten.

Im Winter sinkt die Effizienz leicht, da weniger Wärme aus der kalten Luft gezogen werden kann. Dennoch arbeitet eine moderne Wärmepumpe auch bei Minusgraden zuverlässig.

Alle Details zur Funktionsweise, den Vor- und Nachteilen finden Sie in unserem ausführlichen Ratgeber zur Luft-Wasser-Wärmepumpe.

Sole-Wasser-Wärmepumpe (Erdwärme)

Die Sole-Wasser-Wärmepumpe nutzt die konstante Temperatur des Erdreichs. Sie erreicht höhere Jahresarbeitszahlen als Luftwärmepumpen, ist aber aufwendiger zu installieren.

Die Wärme wird über Erdsonden (Tiefenbohrungen) oder Flächenkollektoren gewonnen. Beide Varianten erfordern entsprechende Genehmigungen und genügend Platz auf dem Grundstück.

Vorteile der Erdwärmepumpe:

  • Sehr hohe Effizienz (JAZ oft über 4)
  • Konstante Leistung unabhängig von der Außentemperatur
  • Geräuscharm, da kein Außengerät nötig
  • Kann im Sommer auch passiv kühlen

Wasser-Wasser-Wärmepumpe

Diese Wärmepumpe nutzt Grundwasser als Wärmequelle und erreicht die höchste Effizienz aller Typen. Das Grundwasser hat ganzjährig eine Temperatur von etwa 10 °C, was optimale Bedingungen für den Betrieb der Wärmepumpe schafft.

Die Installation erfordert zwei Brunnen (Saug- und Schluckbrunnen) sowie eine wasserrechtliche Genehmigung. Nicht jedes Grundstück ist dafür geeignet.

Welche Wärmepumpe ist die richtige für Ihr Haus?

Die passende Wärmepumpe hängt von mehreren Faktoren ab:

KriteriumLuft-WasserSole-WasserWasser-Wasser
AnschaffungskostenNiedrigHochSehr hoch
Effizienz (JAZ)3–44–55+
PlatzbedarfGeringHochMittel
GenehmigungIn der Regel keineJaJa
InstallationEinfachAufwendigAufwendig

Für ein Einfamilienhaus im Bestand ist die Luft-Wasser-Wärmepumpe meist die beste Wahl. Sie bietet das beste Verhältnis aus Kosten, Aufwand und Nutzen.

Kosten einer Wärmepumpe

Die Kosten für die Wärmepumpe setzen sich aus Anschaffung, Installation und laufendem Betrieb zusammen. Je nach Art der Wärmepumpe variieren diese erheblich.

Anschaffung und Installation

Die Kosten einer Wärmepumpe für ein Einfamilienhaus liegen typischerweise in folgenden Bereichen:

  • Luft-Wasser-Wärmepumpe: 15.000–25.000 Euro
  • Sole-Wasser-Wärmepumpe: 20.000–35.000 Euro (inkl. Erdarbeiten)
  • Wasser-Wasser-Wärmepumpe: 25.000–40.000 Euro (inkl. Brunnen)

Hinzu kommen Kosten für die Wartung einer Wärmepumpe von etwa 150–300 Euro jährlich.

Was Sie bei der Installation beachten müssen und welche GEG-Vorgaben gelten, erfahren Sie in unserem Ratgeber Wärmepumpe Installation: Was Sie nach GEG 2025 wissen müssen.

Bei der Anschaffung einer Wärmepumpe sollten Sie auch mögliche Anpassungen am Heizsystem einkalkulieren, etwa größere Heizkörper oder eine Fußbodenheizung.

Die gute Nachricht: Durch die staatliche Förderung reduzieren sich die Kosten für die Wärmepumpe erheblich.

Stromverbrauch einer Wärmepumpe

Der Stromverbrauch der Wärmepumpe hängt von der Heizlast Ihres Hauses und der Effizienz der Anlage ab. Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit 150 m² können Sie mit etwa 4.000–6.000 kWh Strom pro Jahr rechnen.

Bei einem Strompreis von 30 Cent/kWh ergeben sich jährliche Heizkosten von 1.200–1.800 Euro. Zum Vergleich: Eine Gasheizung verursacht bei aktuellen Preisen oft höhere Kosten.

Die Kombination von Wärmepumpe und Photovoltaik senkt die Betriebskosten zusätzlich. Wer seine Wärmepumpe mit einer Photovoltaikanlage kombinieren kann, erzeugt einen Teil des benötigten Stroms selbst und macht sich unabhängiger von Strompreisen.

Förderung für Wärmepumpen 2025

Die Förderung für Wärmepumpen ist aktuell so attraktiv wie nie. Über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) können Sie bis zu 70 % der Investitionskosten als Zuschuss erhalten.

Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG)

Die Förderung setzt sich aus verschiedenen Bausteinen zusammen (KfW-Merkblatt 458):

Grundförderung: 30 % Diese erhält jeder Eigentümer, der eine förderfähige Wärmepumpe einbauen lässt. Die Wärmepumpe muss in der BAFA-Liste förderfähiger Wärmepumpen gelistet sein.

Klimageschwindigkeitsbonus: 20 % Wenn Sie Ihre alte Öl-, Kohle-, Nachtspeicher- oder funktionstüchtige Gasheizung (mindestens 20 Jahre alt) bis Ende 2028 ersetzen, erhalten Sie diesen Bonus zusätzlich.

Effizienzbonus: 5 % Für Wärmepumpen mit natürlichem Kältemittel (z. B. R290 Propan) oder Erdwärme-/Wasserwärmepumpen.

Einkommensbonus: 30 % Selbstnutzende Eigentümer mit einem zu versteuernden Haushaltseinkommen unter 40.000 Euro erhalten diesen Zuschlag.

Maximal 70 % Förderung möglich. Die förderfähigen Kosten sind auf 30.000 Euro pro Wohneinheit begrenzt, sodass der maximale Zuschuss 21.000 Euro beträgt.

Die Antragstellung erfolgt über die KfW (Programm 458). Wichtig: Zuerst einen Vertrag mit aufschiebender oder auflösender Bedingung abschließen, dann den Antrag stellen – erst nach der Zusage darf das Vorhaben starten.

Neu ab 2025 (Fördervoraussetzung): Die Wärmepumpe muss an ein zertifiziertes Smart-Meter-Gateway anschließbar sein.

Lohnt sich eine Wärmepumpe? Vorteile und Nachteile

Die Vorteile einer Wärmepumpe überwiegen in den meisten Fällen deutlich. Dennoch sollten Sie alle Aspekte kennen.

Vorteile:

  • Niedrige Betriebskosten durch hohe Effizienz
  • Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen
  • Attraktive staatliche Förderung bis 70 %
  • Wartungsarm und langlebig (20+ Jahre)
  • Erfüllt die 65-%-Erneuerbare-Energien-Pflicht des GEG (§ 71 GEG)
  • Kann mit Photovoltaik kombiniert werden

Nachteile:

  • Höhere Anschaffungskosten als Gasheizung
  • Effizienz abhängig von Gebäudedämmung und Heizsystem
  • Platzbedarf für Außengerät oder Erdarbeiten
  • Abhängigkeit vom Strompreis

Wann ist eine Wärmepumpe sinnvoll?

Eine Wärmepumpe sinnvoll einzusetzen gelingt besonders gut, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind:

  • Niedriger Heizwärmebedarf (gut gedämmtes Haus)
  • Flächenheizung (Fußboden- oder Wandheizung) vorhanden
  • Niedrige Vorlauftemperaturen möglich (max. 55 °C)
  • Eigene Photovoltaikanlage vorhanden oder geplant

Aber auch ohne diese Idealvoraussetzungen kann heizen mit einer Wärmepumpe wirtschaftlich sein – besonders bei den aktuellen Fördersätzen.

Wärmepumpe im Altbau – funktioniert das effizient?

Die häufige Annahme, dass Wärmepumpen nur im Neubau funktionieren, ist überholt. Auch im Altbau kann eine Wärmepumpe effizient arbeiten, wenn das System richtig geplant wird.

Wichtige Faktoren für den effizienten Betrieb der Wärmepumpe im Bestand:

  • Hydraulischer Abgleich des Heizsystems
  • Gegebenenfalls Austausch einzelner Heizkörper gegen größere Modelle
  • Optimierung der Vorlauftemperatur
  • Eventuell begleitende Dämmmaßnahmen

In unserem ausführlichen Artikel „Wärmepumpe im Altbau nachrüsten” erfahren Sie, welche Voraussetzungen Ihr Haus erfüllen sollte und wie Sie die Effizienz maximieren.

Häufige Fragen zur Wärmepumpe

Funktioniert eine Wärmepumpe auch im Winter?

Ja, eine moderne Wärmepumpe im Winter funktioniert zuverlässig – selbst bei Temperaturen bis minus 20 °C. Die Effizienz sinkt zwar bei sehr niedrigen Außentemperaturen, doch die Anlage liefert weiterhin ausreichend Wärme.

Viele Wärmepumpen verfügen über einen elektrischen Heizstab als Backup für extreme Kälteperioden. Dieser springt automatisch ein, wenn die Wärmepumpe allein den Wärmebedarf nicht decken kann.

Kann eine Wärmepumpe auch kühlen?

Ja, viele Wärmepumpen können im Sommer auch kühlen. Bei einer reversiblen Wärmepumpe wird der Kreislauf einfach umgekehrt: Statt Wärme ins Haus zu bringen, wird sie nach außen transportiert.

Das Kühlen mit einer Wärmepumpe funktioniert besonders effizient über Flächenheizungen. Die Kühlleistung ist sanfter als bei einer Klimaanlage und verursacht keine Zugluft.

Für das Kühlen eignen sich besonders:

  • Sole-Wasser-Wärmepumpen (passive Kühlung über Erdreich)
  • Luft-Wasser-Wärmepumpen mit Kühlfunktion (aktive Kühlung)

Fazit: Lohnt sich eine Wärmepumpe?

Die Wärmepumpe ist eine zukunftssichere Heizlösung, die sich in den meisten Fällen lohnt. Durch die attraktive Förderung von bis zu 70 % sinken die Anschaffungskosten erheblich, während die niedrigen Betriebskosten langfristig für Ersparnis sorgen.

Ob im Neubau oder Altbau: Mit der richtigen Planung und der passenden Wärmepumpe für Ihr Haus können Sie umweltfreundlich und wirtschaftlich heizen. Nutzen Sie die aktuell hohen Fördersätze und lassen Sie sich von einem Energieberater individuell beraten.

Sie möchten wissen, welche Wärmepumpe für Ihre Situation die beste ist? Unsere Energieberatung hilft Ihnen bei der Planung und unterstützt Sie bei der Beantragung der maximalen Förderung.


Stand: Dezember 2025 | Quellen: KfWBAFABundesverband Wärmepumpe e.V.

Hinweis: Dieser Beitrag ersetzt keine Rechtsberatung. Inhalte sorgfältig geprüft, dennoch ohne Gewähr. Änderungen vorbehalten.

Über den Autor

Aaron Richter

In über 10 Jahren als Schornsteinfegermeister habe ich unzählige Gebäude in der Region Heilbronn kennengelernt. Im Jahr 2022 folgte die Gründung meiner eigenen Firma, um mein Wissen gezielt für Hausbesitzer einzusetzen. 

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