Kellerdeckendämmung: Dämmplatten werden von unten an eine Betondecke angebracht

Kellerdeckendämmung: So dämmen Sie richtig, sparen Heizkosten und steigern den Wohnkomfort

Ein kalter Fußboden im Erdgeschoss ist oft das erste Anzeichen für eine ungedämmte Kellerdecke. Über diese Schwachstelle können je nach Gebäude etwa 5–10 % der gesamten Heizwärme verloren gehen (co2online). Die gute Nachricht: Eine Kellerdeckendämmung gehört zu den kostengünstigsten Dämmmaßnahmen überhaupt und lässt sich in vielen Fällen in kurzer Zeit umsetzen.

In diesem Artikel erfahren Sie, welche Dämmstoffe und Methoden für die Dämmung der Kellerdecke infrage kommen, worauf Sie im Altbau achten müssen und wie Sie Fördermittel in Anspruch nehmen können.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Kellerdeckendämmung senkt Heizkosten um ca. 5–10 % (co2online) und sorgt für deutlich mehr Wohnkomfort im Erdgeschoss
  • Gängige Dämmmaterialien sind Polystyrol (EPS), Mineralwolle und Polyurethan – die Kosten liegen bei etwa 25 bis 60 Euro pro Quadratmeter bei der Dämmung von unten
  • Die häufigste Methode: Dämmplatten werden direkt unter der Kellerdecke angebracht – schnell, effektiv und grundsätzlich auch in Eigenleistung umsetzbar (förderfähig sind dabei i. d. R. nur Materialkosten; Bestätigung durch EEE oder Fachunternehmen erforderlich)
  • Das BAFA fördert die Maßnahme mit 15 Prozent der förderfähigen Kosten – plus 5 %-Punkte iSFP-Bonus, wenn die Maßnahme im individuellen Sanierungsfahrplan empfohlen wurde, die BEG-Bonus-Voraussetzungen erfüllt sind und die Umsetzung innerhalb von 15 Jahren nach iSFP-Erstellung erfolgt
  • Voraussetzung für die Förderung (BEG EM, Technische Mindestanforderungen): ein U-Wert von maximal 0,25 W/(m²·K) für Decken gegen unbeheizte Räume (BAFA – BEG EM). Zum Vergleich: Das GEG fordert für Decken gegen unbeheizte Räume nach § 48 GEG, Anlage 7 maximal 0,30 W/(m²·K) – greift allerdings erst, wenn mehr als 10 % der jeweiligen Bauteilfläche innerhalb von 12 Monaten betroffen sind
  • Eine Einblasdämmung eignet sich, wenn ein Hohlraum vorhanden oder herstellbar ist (z. B. abgehängte Konstruktion). Bei vielen Rohren und Leitungen ist häufig Sprühdämmung oder eine abgehängte Ebene praktikabler

Warum die Dämmung der Kellerdecke so wirkungsvoll ist

In vielen Bestandsgebäuden trennt nur eine dünne Betondecke den beheizten Wohnraum vom kalten Keller. Die Folge: Wärme fließt kontinuierlich nach unten ab, die Fußböden fühlen sich kalt an und die Heizung muss mehr leisten.

Eine gedämmte Kellerdecke unterbricht diesen Wärmestrom effektiv. Die Wärmeverluste lassen sich dadurch je nach Ausgangszustand erheblich reduzieren. In der Praxis bedeutet das: Die Fußbodentemperatur steigt spürbar an, der Energieverbrauch sinkt messbar.

Im Vergleich zu einer Fassadendämmung oder einem Dachtausch ist die Kellerdeckendämmung besonders kostengünstig. In meiner Beratungspraxis empfehle ich sie deshalb häufig als eine der ersten Maßnahmen bei einer energetischen Sanierung – das Verhältnis von Aufwand zu Wirkung fällt hier besonders günstig aus.

Auch die Dämmung der obersten Geschossdecke gehört zu den Maßnahmen mit besonders gutem Kosten-Nutzen-Verhältnis.

Dämmstoffe für die Kellerdeckendämmung: Materialien im Überblick

Welche Dämmmaterialien kommen für die Kellerdecke infrage? Die Auswahl richtet sich nach den baulichen Gegebenheiten, dem gewünschten U-Wert und dem Budget.

Polystyrol (EPS/XPS): Der am häufigsten eingesetzte Dämmstoff. EPS-Dämmplatten sind leicht, einfach zu verarbeiten und bieten ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. XPS-Platten eignen sich zusätzlich bei erhöhter Feuchtigkeit, da sie kaum Wasser aufnehmen.

Mineralwolle (Stein- und Glaswolle): Beide bieten neben guter Wärmedämmung auch hervorragenden Brandschutz – ein Vorteil, der gerade in Kellerräumen mit Heizungsanlagen relevant sein kann.

Polyurethan (PUR/PIR): Erreicht mit geringerer Materialstärke sehr gute Dämmwerte. Besonders interessant, wenn die Raumhöhe im Keller begrenzt ist und jeder Zentimeter zählt.

Grundsätzlich gilt: Alle genannten Dämmstoffe sind förderfähig, sofern sie die technischen Mindestanforderungen an die Dämmung erfüllen.

Steinwolle als Dämmstoff für die Kellerdecke

Steinwolle ist nicht brennbar (Baustoffklasse A1) und bietet neben Wärmedämmung auch guten Schallschutz. Allerdings ist sie empfindlich gegenüber Feuchtigkeit. In feuchten Kellern sind daher feuchteunempfindliche Materialien wie XPS oder PUR die bessere Wahl – im Zweifel sollte der Aufbau bauphysikalisch geprüft werden.

Welche weiteren Materialien kommen infrage?

Neben den klassischen Dämmstoffen gibt es ökologische Alternativen wie Holzfaserplatten oder Zellulose. Diese kommen insbesondere bei einer Einblasdämmung zum Einsatz, wenn Hohlräume in der Deckenkonstruktion gefüllt werden.

Für die Wahl des richtigen Dämmmaterials empfehle ich, die Gegebenheiten vor Ort von einem Fachbetrieb oder Energieberater bewerten zu lassen. Faktoren wie Feuchtigkeit, Tragfähigkeit und vorhandene Installationen spielen eine entscheidende Rolle für die Energieeffizienz der späteren Lösung.

Kellerdecke dämmen: Methoden der Umsetzung

Für die Kellerdeckendämmung gibt es verschiedene Verfahren. Welche Methode passt, hängt von der Deckenbeschaffenheit, der Nutzung des Kellers und dem Budget ab.

Dämmplatten von unten anbringen

Die Dämmung von unten ist die häufigste Methode. Dabei werden Dämmplatten direkt an die Kellerdecke angebracht – mit Klebemörtel, Dübel oder einer Kombination aus beidem.

Bei einer glatten Betondecke ist die Umsetzung besonders unkompliziert. Die Kosten liegen je nach Material und Ausführung bei etwa 25 bis 60 Euro pro Quadratmeter. Versierte Heimwerker können die Arbeiten auch in Eigenleistung ausführen – förderfähig sind in diesem Fall typischerweise nur die Materialkosten, sofern die Anforderungen erfüllt und durch einen Energie-Effizienz-Experten oder ein Fachunternehmen bestätigt werden.

Kellerdeckendämmung mittels Einblasdämmung: Ist die Kellerdecke uneben oder als Holzbalkendecke konstruiert, kann dieses Verfahren die bessere Lösung sein. Dabei wird eine Unterkonstruktion montiert und der entstandene Hohlraum mit losem Dämmmaterial gefüllt. Sie können hier mit Kosten von rund 35 bis 60 Euro pro Quadratmeter rechnen. Dieses Verfahren eignet sich hervorragend für den Altbau, wo unregelmäßige Deckenstrukturen häufig vorkommen.

Sprühdämmung: Bei stark verwinkelten Kellerdecken mit Rohren und Leitungen kann eine Sprühdämmung effektiv eingesetzt werden. Der Dämmstoff wird direkt auf die Decke gesprüht und härtet dort aus. Die Kosten liegen bei etwa 20 bis 50 Euro pro Quadratmeter. Eignung und Brandklasse sollten vorab mit dem Fachbetrieb geklärt werden.

Kellerdecke von oben dämmen: Diese Variante kommt selten zum Einsatz – etwa wenn der Keller als Wohnraum genutzt werden soll oder eine Sanierung des Erdgeschossbodens geplant ist. Die Kosten sind mit 50 bis 150 Euro pro Quadratmeter deutlich höher, da der Bodenbelag entfernt und neu verlegt werden muss. (Stand: Februar 2026)

Was tun bei geringer Raumhöhe im Keller?

Eine häufige Herausforderung: Der Keller ist ohnehin niedrig und jeder Zentimeter zählt. Hochleistungsdämmstoffe wie PUR/PIR erreichen bereits mit 8 bis 10 cm Stärke die geforderten Werte, während Polystyrol oder Mineralwolle eher 12 bis 16 cm benötigen.

Ist der Platz baulich stark begrenzt, kann nach Anlage 7 GEG eine Erleichterung greifen: Die gesetzlichen Anforderungen gelten als erfüllt, wenn die maximal mögliche Dämmstärke mit einem Dämmstoff der Wärmeleitfähigkeit λ = 0,035 W/(m·K) eingebaut wird. Alternativ kann eine unterseitige Dämmung mit Vakuumisolationspaneelen in Betracht gezogen werden – diese ist jedoch deutlich teurer.

Kellerdämmung im Altbau: Besonderheiten bei der Sanierung

Im Altbau bringt die Kellerdeckendämmung besondere Herausforderungen mit sich. Vor den Dämmmaßnahmen sollten Sie drei Punkte prüfen lassen:

  1. Feuchtigkeit: Vor jeder Dämmung muss sichergestellt sein, dass die Decke trocken und tragfähig ist. Eindringende Feuchtigkeit kann die Effizienz der Dämmung erheblich beeinträchtigen und zu Schimmelbildung führen.
  2. Deckenbeschaffenheit: Unebene oder gewölbte Decken erfordern angepasste Lösungen wie Sprüh- oder Einblasdämmung statt starrer Dämmplatten.
  3. Tragfähigkeit: Die zusätzliche Last muss die Kellerdecke aufnehmen können. Bei Unsicherheiten sollte ein Fachmann die Statik bewerten.

Eine energetische Sanierung im Bestand erfordert immer eine individuelle Betrachtung. Ein individueller Sanierungsfahrplan (iSFP) hilft dabei, die Kellerdeckendämmung in ein Gesamtkonzept einzubetten und die maximale Förderung zu sichern.

Rohre und Leitungen an der Kellerdecke

In vielen Kellern verlaufen Heizungs- und Wasserleitungen direkt unter der Kellerdecke – zum Beispiel entlang der Decke oder durch sie hindurch. Diese Bereiche dürfen bei der Dämmung nicht ausgespart werden, da sonst Wärmebrücken entstehen.

Lösungen: Manschetten aus Dämmmaterial umschließen einzelne Rohre, während eine Sprühdämmung auch komplexe Leitungsführungen lückenlos abdecken kann. Rohr und Leitung sollten idealerweise innerhalb der Dämmebene liegen. Wichtig: Rohre zusätzlich separat dämmen und die Zugänglichkeit für spätere Wartung berücksichtigen.

Fördermöglichkeiten: BAFA und KfW für die Kellerdeckendämmung

Die Kellerdecke zu dämmen lohnt sich finanziell doppelt: Neben der Möglichkeit, Heizkosten zu senken, können Sie attraktive Fördermittel in Anspruch nehmen. Dafür müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein – allen voran ein U-Wert von maximal 0,25 W/(m²·K) für Decken gegen unbeheizte Räume (Technische Mindestanforderungen der BEG EM). Zum Vergleich: Das GEG fordert für Decken gegen unbeheizte Räume nach § 48 GEG, Anlage 7 maximal 0,30 W/(m²·K), sofern mehr als 10 % der jeweiligen Bauteilfläche innerhalb von 12 Monaten erneuert werden – für die Förderung muss also eine dickere Dämmschicht eingeplant werden.

BAFA-Zuschuss (BEG Einzelmaßnahmen): Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle gewährt einen Zuschuss von 15 Prozent der förderfähigen Investitionskosten. Wurde die Maßnahme zuvor in einem iSFP empfohlen und sind die BEG-Vorgaben zum iSFP-Bonus erfüllt, kommen weitere 5 %-Punkte hinzu (= 20 %) – vorausgesetzt, die Umsetzung erfolgt innerhalb von 15 Jahren nach iSFP-Erstellung. Die förderfähigen Kosten sind auf 30.000 Euro pro Wohneinheit und Kalenderjahr begrenzt – mit iSFP auf 60.000 Euro. (BAFA – BEG Einzelmaßnahmen)

Wichtig: Der Antrag muss vor Beginn der Maßnahme gestellt werden – Verträge mit Handwerkern daher nur unter Fördervorbehalt (aufschiebende oder auflösende Bedingung) abschließen, sonst droht Förderverlust. Für die Antragstellung und Bestätigungen sind die in der BEG vorgesehenen Nachweise (z. B. durch Energie-Effizienz-Experten oder Fachunternehmen) erforderlich.

Gerne unterstütze ich Sie bei der Förderberatung und Antragstellung.

KfW-Ergänzungskredit: Ergänzend zum BAFA-Zuschuss bietet die KfW einen zinsgünstigen Kredit von bis zu 120.000 Euro pro Wohneinheit. Eine zusätzliche Zinsverbilligung ist an eine Einkommensgrenze gebunden: Sie steht nur Selbstnutzern mit einem Haushaltsjahreseinkommen von maximal 90.000 Euro zur Verfügung. (KfW – Ergänzungskredit 358/359)

KfW-Effizienzhaus (Kredit 261): Wird die Kellerdeckendämmung als Teil einer umfassenden Sanierung zum Effizienzhaus umgesetzt, stehen bis zu 150.000 Euro Förderkredit mit Tilgungszuschuss zur Verfügung. (KfW – Wohngebäude Kredit 261)

Eine detaillierte Übersicht aller Zuschüsse und Kredite finden Sie in unserem Artikel zur Förderung der energetischen Sanierung. (Stand: Februar 2026)


Hinweis: Eine Kellerdeckendämmung ist nicht zu verwechseln mit einer Perimeterdämmung oder der Dämmung der Kellerwände. Während die Perimeterdämmung die Außenseite unterhalb des Erdreichs schützt, konzentriert sich die Kellerdeckendämmung auf die horizontale Trennschicht zwischen Keller und den warmen Wohnräumen darüber. Einen umfassenden Überblick über alle Möglichkeiten, Ihren Wohnraum effektiv zu dämmen, finden Sie in unserem Artikel Haus dämmen.

Hinweis: Dieser Beitrag ersetzt keine Rechtsberatung. Inhalte sorgfältig geprüft, dennoch ohne Gewähr. Änderungen vorbehalten.

Über den Autor

Aaron Richter

In über 10 Jahren als Schornsteinfegermeister habe ich unzählige Gebäude in der Region Heilbronn kennengelernt. Im Jahr 2022 folgte die Gründung meiner eigenen Firma, um mein Wissen gezielt für Hausbesitzer einzusetzen.

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